Neujahrsbräuche in Japan
Shōgatsu, das japanische Neujahr, ist das wichtigste Fest des Jahres. Es gehört der Familie, ähnlich wie bei uns Weihnachten. Die Vorbereitungen beginnen schon im Dezember mit dem großen Hausputz, und viele Bräuche ziehen sich bis in die zweite Januarwoche.

Am Silvesterabend (Ōmisoka)
Toshikoshi Soba: Am 31. Dezember isst man Buchweizennudeln. Die langen Nudeln reißen leicht und stehen dafür, das Unglück des alten Jahres abzuschneiden. Die meisten essen sie zum Abendessen, andere später am Abend, aber vor Mitternacht: Die Nudeln sollen nicht ins neue Jahr mitgenommen werden. Der Brauch stammt aus der Edo-Zeit.
Kōhaku Uta Gassen: Das große Musikfestival des Senders NHK lief zuletzt am 31. Dezember von 19:20 bis 23:45 Uhr. Danach zeigt NHK traditionell Bilder läutender Tempelglocken aus dem ganzen Land.
Joya no Kane: Um Mitternacht läuten die Tempel 108 Mal. Mehr unter Joya no Kane.
Zum neuen Jahr
Osechi Ryōri: Die Neujahrsgerichte werden in Lackkästen serviert und an den ersten drei Tagen gegessen. Jedes Gericht hat eine Bedeutung, schwarze Bohnen etwa stehen für Fleiß, Heringsrogen für Nachwuchs. Viele Familien kaufen Osechi inzwischen fertig. Dazu gibt es oft Ozōni, eine Suppe mit Reiskuchen.
Otoshidama: Kinder bekommen ab dem 1. Januar Geld in kleinen, bunten Umschlägen.
Hatsumōde: der erste Besuch eines Schreins oder Tempels. Mehr unter Hatsumōde.
Hatsuhinode: Viele fahren früh hinaus, um den ersten Sonnenaufgang des Jahres zu sehen. Mehr unter Neujahrstag.
Dekoration
Kadomatsu: Bambus- und Kieferngestecke am Eingang, die die Gottheit des neuen Jahres empfangen sollen. In Tokio stehen sie bis zum 7. Januar.
Kagami Mochi: zwei gestapelte Reiskuchen mit einer Bitterorange obenauf. In Tokio werden sie am 11. Januar aufgebrochen und gegessen.
Daruma: der rote Glücksbringer ohne Augen. Beim Wünschen malt man ein Auge aus, das zweite, wenn der Wunsch in Erfüllung gegangen ist.
Neujahrskarten (Nengajō)
Freunde, Verwandte und Geschäftspartner schicken sich Neujahrskarten, die die Post am 1. Januar zustellt. Eine Garantie für pünktliche Zustellung gibt es nicht, die Post bittet nur um rechtzeitigen Einwurf. Für 2027 nimmt sie die Karten laut Medienberichten ab dem 20. Dezember 2026 an, eingeworfen werden sollten sie bis zum 27. Dezember. Auf vielen Karten steht der schriftliche Gruß 謹賀新年 (kinga shinnen).
Die richtigen Grüße
Bis einschließlich 31. Dezember: „Yoi otoshi o“, also etwa „einen guten Jahreswechsel“.
Ab dem 1. Januar: „Akemashite omedetō gozaimasu“, frohes neues Jahr. Diesen Gruß sagt man erst nach Mitternacht, nicht vorher.
Dazu oft: „Kotoshi mo yoroshiku onegai shimasu“, etwa „auch in diesem Jahr auf gute Zusammenarbeit“.
