Hatsumōde in Tokio
Hatsumōde heißt der erste Besuch eines Schreins oder Tempels im neuen Jahr. Viele gehen gleich nach Mitternacht, noch mehr am 1., 2. und 3. Januar. Man betet für ein gutes Jahr, kauft neue Glücksbringer und bringt die alten zurück. Für Gäste aus dem Ausland ist Hatsumōde die schönste Art, Neujahr in Tokio mitzuerleben.

Meiji Jingū
Der Schrein im Wald zwischen Harajuku und Yoyogi gilt traditionell als der meistbesuchte Japans zu Neujahr. Zum Jahreswechsel 2025/26 waren die Tore ab dem 31. Dezember um 6:40 Uhr die ganze Nacht offen, am 1. Januar bis 18:30 Uhr, am 2. und 3. Januar von 6:40 bis 18 Uhr.
Am vollsten ist es laut Schrein vom 31. Dezember um 22 Uhr bis 1. Januar um 3 Uhr und an den ersten drei Tagen ab 10 Uhr. Rechnen Sie mit langen Wartezeiten und geregelten Strömen von Menschen. Zugänge gibt es vom Bahnhof Harajuku im Süden, von Yoyogi im Norden und von Sangūbashi im Westen.
Die Orakelzettel am Meiji-Schrein sind besonders: Statt Glück oder Unglück enthalten sie ein Gedicht von Kaiser Meiji oder Kaiserin Shōken mit Erklärung, auch auf Englisch.
Sensō-ji in Asakusa
Der älteste Tempel Tokios ist in der Neujahrsnacht zugänglich. Um Mitternacht läutet dort die Glocke, und die Einkaufsstraße Nakamise zum Tempel ist voller Menschen. Direkt neben dem Tempel steht der Asakusa-Schrein, ein Shintō-Schrein. Viele besuchen beide.
Kanda Myōjin
Der Schrein nahe Akihabara öffnet am 1. Januar um 0 Uhr sein Tor, dann beginnt die erste Zeremonie des Jahres. Er erwartet zu Neujahr über 300.000 Besucher.
So verhalten Sie sich richtig
Im Schrein:
Am Torii, dem Eingangstor, kurz verbeugen und nicht in der Mitte des Weges gehen, die gilt als Weg der Götter.
Am Wasserbecken die Hände reinigen: erst die linke, dann die rechte, dann etwas Wasser in die linke Hand geben und den Mund spülen, ohne aus der Kelle zu trinken. Zuletzt den Stiel abspülen.
Vor der Halle eine Münze in den Opferkasten werfen, dann zweimal verbeugen, zweimal klatschen, einmal verbeugen.
Im Tempel wird nicht geklatscht. Legen Sie die Hände still zusammen und verbeugen Sie sich. Oft gibt es Räucherwerk, dessen Rauch man sich zufächelt.
Omikuji und Glücksbringer
An fast allen Schreinen und Tempeln können Sie ein Omikuji ziehen, einen Orakelzettel. Wer ein schlechtes Los zieht, bindet es am Gelände fest und lässt das Unglück dort. An Ständen gibt es Amulette für das neue Jahr, oft auch Amazake, ein süßes, warmes Getränk aus Reis. Mehr zu den Bräuchen unter Bräuche.
